Elterninfo: Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

Portraitfoto von Andreas Ruff
Als Medienexperte beim Essener Jugendamt berät und schult Andreas Ruff Eltern und Fachkräfte im richtigen Umgang mit Medien. (Foto: Julia Richter)

Von Peter Herzogenrath

Fernseher, Spielekonsole, Computer, Handy & Co: So manches Kinderzimmer lässt die Erinnerung an den letzten Besuch im Elektronik-Fachmarkt wach werden. Wenn dann die Finger des Nachwuchses am Touchscreen des Smartphones kleben, anstatt beispielsweise die Hausaufgaben zu machen oder das Zimmer aufzuräumen, ist häuslicher Ärger vorprogrammiert.

Der richtige Umgang mit den Medien will gelernt sein
„Der Umgang mit den neuen Medien will einfach gelernt sein“, weiß Andreas Ruff, Medienpädagoge beim Essener Jugendamt, und meint damit nicht die Bedienung von Computer oder Tablet. Die technische Bedienung falle dem Nachwuchs meist leichter als den Eltern. Kinder brauchen jedoch Anleitung beim sinnvollen und kontrollierten Umgang mit den Medien, sagt Ruff. Und da komme den Eltern eine wichtige Bedeutung zu.

Mit Filmen „aus der Konserve“ den Fernsehkonsum steuern
Bis zum  Übergang in die weiterführende Schule haben Kinder den Großteil der Medien für sich entdeckt. Der Einstieg in die Medienwelt geschieht dabei immer früher. Die neuen Medien sollten aber keinesfalls verteufelt werden, denn richtig eingesetzt, können beispielsweise moderne Tablets das Lernen der Kinder spielerisch schon früh unterstützen. Trotz der Medien-Vollausstattung mancher Haushalte, in denen Kinder leben, sei bis zum zehnten Lebensjahr der Fernseher allerdings das Leitmedium, auf das Kinder nicht verzichten möchten, weiß der Medienpädagoge. Zwar gebe es bereits Sendungen, die sich an Zweijährige richten, wie beispielsweise die „teletubbies“. Ruff empfiehlt aber – abhängig von der Entwicklung des Kindes - einen deutlich späteren Einstieg in die Fernsehnutzung. Auf jeden Fall sollten nur ausgesuchte Sendungen zum Einsatz kommen – am besten aus der Konserve. So haben Eltern die Möglichkeit, ihrem Kind unabhängig von Sendezeiten gezielt Filme zu zeigen. Der Experte empfiehlt, dass Eltern die Filme gemeinsam mit ihren Kindern anschauen sollten – „auch gerne mehrmals denselben Film, wenn die Kinder dies wünschen“, sagt Ruff.

Gemeinsam fernsehen – gemeinsam spielen
Da Kinder im Vorschulalter Filme sehr stark und distanzlos erleben, seien Filme mit ruhiger Schnittfolge und Sprache, einfacher Erzählweise und „happy end“ vorzuziehen. Kinder würden die Filme durchleben. Deshalb gehöre Bewegung vor dem Fernsehgerät ebenfalls dazu. Bei der Bewältigung des Gesehenen können Eltern ihren Kindern durch Gespräche helfen; bei den Kleineren helfe auch gemeinsames Malen und Spielen. Die Frage, wie lange Kinder fernsehen sollten, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn das Wetter gut sei, wäre das gemeinsame Spiel an der frischen Luft die bessere Alternative. An einem verregneten Sonntag dürfe ein gemeinsames Fernseherlebnis durchaus auch mal zwei Stunden in Anspruch nehmen.

Filmempfehlungen im Internet finden
Eltern, die wissen möchten, welche Filme empfehlenswert sind, empfiehlt Ruff den den Link www.flimmo.de. Eltern, die Empfehlungen rund um den Mediengebrauch für Kinder von null bis acht Jahre suchen, empfiehlt Ruff indes die Broschüre „mit Medien leben lernen“. Sie kann kostenfrei als PDF im Internet unter
www.gmk-net.de/fileadmin/pdf/mit_medien_leben_lernen_dt.pdf heruntergeladen werden.